Messung der Asbest-Faserkonzentration in der Luft: VDI vs ISO-Norm

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Simon Schneebeli; September 17, 2009

Die Messung der Konzentration der Asbest-Fasern in der Luft wird in der Schweiz in der Regel nach der VDI Richtlinie 3492, Blatt 2 vorgenommen. Seit 2007 gibt es aber parallel dazu auch die ISO 16000-7-Norm (Indoor air -- Part 7: Sampling strategy for determination of airborne asbestos fibre concentrations).

Obwohl die ISO sagt, dass ihre Norm auf der VDI-Norm aufbaut und zu dieser kompatibel ist, zeigt ein Vergleich einige wesentliche Unterschiede:

Angaben zum Ablauf der Messung: Im Gegensatz zur VDI-Norm enthält die ISO-Norm keine Angaben zum Vorgehen bei den Messungen. Insbesondere Angaben zur Messdauer, zum Luftdurchfluss und zu den zu verwendenden Geräten fehlen.
Blindmessungen: Die ISO-Norm empfiehlt, Blindproben, das heisst nicht verwendete Filter zur Analyse ins Labor zu senden, um damit zu testen, ob die Analysen richtig ausgeführt werden. Diese Vorschrift ist sinnlos, da das Labor auf Grund von Staubpartikeln, die sich auf den Filtern absetzen, genau erkennen können, ob ein Filter wirklich benutzt wurde oder nicht.

Ein Punkt der bei beiden Normen in Frage gestellt werden kann, ist die Anzahl zu nehmender Proben. Beide Normen machen diesbezüglich die gleichen Angaben. Es scheint, dass es gängige Praxis ist, weniger Proben zu nehmen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Faserkonzentration in einem Raum als homogen angesehen werden kann (was meist der Fall ist, wenn es sich um einen einzigen grossen Raum oder mehrere Räume mit guter Luftzirkulation handelt).

Schliesslich stellt sich die Frage, wann Luftmessungen vorzunehmen sind. Während der Service de Toxicologie des Kantons Genf bei jeglichen Asbest-Sanierungsarbeiten eine (oder gemäss VDI 3492/2 mehrere) Luftanalysen verlangt, wird in der Deutschschweiz in der Regel nur bei Sanierungsarbeiten von schwach gebundenen Materialien eine solche Messung durchgeführt. Die Erfahrung zeigt aber, dass selbst bei kleinen Arbeiten, etwa dem Entfernen von Leichtbauplatten, Asbest-Pappe (etwa unter Elektro-Tableaux) oder auch Faserzement-Elementen der Grenzwert sehr schnell überschritten ist. Daher sollte gerate bei Firmen, die noch wenig Erfahrung haben, selbst bei kleineren Rückbauvorhaben in Innenräumen eine Luftmessung vorgenommen werden.

Um auf die Frage zurück zu kommen, ob die VDI- oder die ISO-Norm verwendet werden sollte, kann klar gesagt werden, dass die ISO-Norm erhebliche Mängel aufweist und auf jeden Fall die VDI-Norm bevorzugt werden sollte.

17.9.2009
Simon Schneebeli
www.picadus.ch

 

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