Luftzufuhr durch einkammerige Schleuse

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admin11; Juni 03, 2015

Letztes Jahr hat die SUVA das Factsheet 33077 herausgegeben. Dieses Factsheet besagt unter anderem, dass man beim Sanieren von Fliesenkleber auf den Aufbau einer dreikammerigen Schleuse verzichten kann, solange es sich um weniger als 5m2 Fliesenkleber handelt, dieser nicht abgeschliffen sondern abgespitzt wird und man alles in einem einzigen Arbeitsgang machen kann.

Gemäss diesem Factsheet muss dabei ein Unterdruck von mindestens 20 Pa und ein Luftaustausch von 10 mal pro Stunde eingehalten werden. Ein Aufzeichnen des Unterdrucks wird aber nicht explizit verlangt.

In der Praxis scheint es naheliegend, hier ein sehr kleines und einfach tragbares Unterdruckhaltegerät zu verwenden, z.B. eines mit einer Leistung von 500 oder 600 m3/h Leistung. Bei einer kleinen Zone kann damit der nötige Luftaustausch sehr einfach erreicht werden. Auch die Lufterneuerung durch die Schleuse (gemäss EKAS 6503 mindestens 10 mal pro Stunde) stellt mit Sicherheit kein Problem dar.

Wie sieht es aber mit dem Unterdruck aus?

Bei 20 Pa Unterdruck kommt man bei einer dreikammerigen Schleuse erfahrungsgemäss auf einen Luft-Durchfluss von rund 400 m3/h. Wenn man nun eine Schleuse mit einer einzigen Kammer hat, ist der Luft-Durchfluss mit Sicherheit höher.

Im Rahmen eines Kurses konnten wir bei der Firma Deconta eine kleine Test-Zone mit einer 1-kammerigen Schleuse aufbauen und den entsprechenden Luft-Durchfluss messen.

Dazu haben wir ein 2000m3/h UHG angeschlossen und dieses auf 20Pa geregelt.

Wir haben folgende Resultate erziehlt:

  • Beide Zuluftklappen der Schleuse offen: Das UHG lief auf 46% der Leistung um die 20 Pa Unterdruck zu halten. Es muss also mit einem Durchfluss von rund 900m3/h gerechnet werden
  • Eine der Zuluftklappen der Schleuse abgedeckt: In diesem Fall lief das UHG auf rund 30 bis 35% der Leistung, total also ein Luft-Durchfluss von rund 600 bis 700 m3/h.

Ein 500 oder 600 m3/h-UHG reicht also normalerweise NICHT aus, um die 20 Pa Unterdruck zu halten.

Daraus ergibt sich:

  • Mehr Leistung: Man arbeitet mit einem Gerät mit mindestens 1000m3/h Leistung. Das ist das Sicherste.
  • Weniger Zuluft: Man reduziert den Zufluss durch die Schleusen weiter, etwa indem man die Zuluftklappen so manipuliert, dass sie sich nur wenig öffnen. AUF KEINEN FALL darf man diese Klappen aber ganz abdecken, da man sonst in der Schleuse nicht mehr genug Luftaustausch hat.

Danke an die Firma Deconta für das Benutzen der Geräte.

 

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